Augsburger Allgemeine / 15.02.2010
Der beste Spruch zum Baumwoll-Hemd
von Joshena Dießenbacher
Gymnasiastin Melissa trägt ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Industrie-Baumwolle - nein danke". Schülerin Gizem hat sich für ein Shirt mit dem Spruch „Mit Bio-Baumwolle gegen den Klimawandel" entschieden. Zusätzlich zum Schriftzug ist ein Eisbär mit rotem Pulli auf den Stoff gemalt. Junge „Designer" haben ihre Logos auf den Hemden selbst entworfen und umgesetzt.
Das war die Aufgabe im Schülerwettbewerb des Textilmuseums (tim) und der Uni Augsburg. Unter dem Motto „Baumwoll-Blues" sollten Schüler ein Logo zum Thema ökologische Baumwolle kreieren. „Ich wusste vorher nicht mal, dass meine Jeans aus Baumwolle ist und hätte nie gedacht, dass sie so eine weite Reise bis zu mir hinter sich hat", sagt Gymnasiastin Melissa. In der Endrunde des Wettbewerbs im tim dürfen Melissa und 19 weitere Schüler auf dem Laufsteg ihre Shirts und ihre Sprüche präsentieren. 250 Besucher schauen zu. Und Melissa kann stolz sein: Von 80 Logos aus fünf Schulen ist ihres unter den 20 Besten.
Die Gewinner
Der erste Platz aber geht an Nikolla Roll vom Wernher-von-Braun-Gymnasium. Auf ihrem Hemd prangt als Logo ein orangefarbenes Shirt mit der Aufschrift: „Natürlich(e) Baumwolle". Die Siebtklässlerin kann anfangs kaum glauben, dass sie den ersten Platz und damit einen 200-Euro-Gutschein von hess-natur gewinnt. „Ich freue mich riesig", sagt sie strahlend. Ihr Gymnasium schneidet insgesamt gut ab: Der zweite Platz geht an Alexander Sechser und der dritte an das Duo Elisabeth Fuhrmann und Johanna Walch. Viel gelernt über Baumwolle haben aber alle Teilnehmer: Linda Schwingel von der Umweltstation Augsburg hat in den Schulen mit überraschenden Zahlen und Fakten den Rohstoff Baumwolle interessanter gemacht.Im tim übernimmt diesen Job Professor Armin Reller, Initiator des „Baumwoll-Blues". In seiner Experimentalvorlesung im Museum kracht und raucht es. Reller zeigt, wie mit indigo blau die Naturfaser gefärbt wird. Und er verdeutlicht, wie der wasserintensive Baumwoll-Anbau den Aral-See in Usbekistan und Kasachstan ausgetrocknet hat. Für den Baumwollverbrauch der Menschen weltweit werde zur Zeit viermal soviel Wasser wie im Bodensee zur Bewässerung gebraucht, rechnet er vor.
Melissa und Nikola wussten vorher auch nicht, dass viele Menschen in den Baumwolle produzierenden Ländern ausgebeutet werden. Warum man deshalb auf Fairen Handel setzten sollte, erklärt dem Publikum Sylvia Hank vom Weltladen in einem kleinem Vortrag.
„Mit der Blue Jeans aus blau gefärbter Baumwolle kam auch der Blues nach Europa", erzählt Reller. Dass Baumwolle und Blues viel miteinander zu tun haben, erfährt das Publikum nicht nur vom Professor, sondern hört es vor allem von der schweizer Band „Walt‘s Blues Box".
Museumschef greift zur Gitarre
Für einen überraschenden Höhepunkt sorgt am Ende Museumsleiter Karl B. Murr. Er schnappt sich spontan die E-Gitarre und gibt zusammen mit der Band richtig Vollgas.


Ein Reader zur Baumwolle sowie die Unterrichtseinheit zum Thema sind abrufbar www.wzu.uni-augsburg.de/baumwollblues
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Claudia Schmidt vom WZU, für die Betreuung und Organisation der gelungenen Veranstaltung!
Diese Internetpräsenz ist ein Angebot der Umweltstation Augsburg und NANU! e.V.
Das Umweltbildungsprojekt "Prima Klima in Augsburg" wird mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit
und der Stadt Augsburg gefördert